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Internet: Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser-Internet – General-Anzeiger Bonn

Posted on 30. November 2025

Bonn · Manch einer hat lange gewartet und nun liegt es endlich vor der Haustür: Glasfaser-Internet ist an zig Millionen Haushalten verfügbar. Das war teuer für die Firmen. Doch die Sache hat einen Haken.
Glasfaserkabel in einem Verteilerkasten – ein Massengeschäft mit Nachfrageschwäche.
Obwohl Glasfaser die schnellsten und stabilsten Internetverbindungen bietet, verzichten Millionen Bundesbürger auf so einen Anschluss. Die Deutsche Telekom gab in Bonn bekannt, dass ihre Glasfaser-Kabel im Inland inzwischen an 11,8 Millionen Haushalten, Firmen und Behörden verfügbar sind und damit an 2,5 Millionen mehr als vor einem Jahr. Allerdings greifen nur 16,1 Prozent davon auch mit einem entsprechenden Vertrag darauf zu.
Der Prozentwert ist zwar 1,5 Prozentpunkte höher als im Herbst 2024, er ist nach den Worten des Telekom-Vorstandschefs Tim Höttges aber noch immer viel zu niedrig. „Wenn die Glasfaser da liegt, buchen die Leute die Tarife nur sehr verhalten.“ Finanzvorstand Christian Illek sagte, er sei mit dem Anteil der Glasfaser-Vertragskunden nicht zufrieden. „Ich würde mir einen schnelleren Hochlauf wünschen.“ Man werde an mehr Einfamilienhäusern Kabel verlegen, weil dort die Aufnahmerate höher sei.
Grundsätzlich zeigten sich die beiden Manager aber überzeugt von ihren milliardenschweren Investitionen in den Glasfaser-Ausbau. Das sei nun mal die beste Technologie, so Höttges. Im dritten Quartal stieg die Zahl der Kunden von „Fiber to the Home“ (FTTH) bei der Telekom um 155.000 und damit so stark wie noch nie. „Man sieht, die Investitionen in Glasfaser sind richtig, [aber] die Monetarisierung ist noch immer zu langsam“, sagte Illek.
Die beiden Telekom-Chefs Christian Illek und Tim Höttges sind unzufrieden damit, dass nicht so viele Haushalte Glasfaser-Internet buchen wie gedacht.
Dass kein Vertrag unterschrieben wird, liegt teilweise an der Zurückhaltung der Bürger, teilweise aber auch daran, dass die Kabel in Mietshäusern nicht bis in die Wohnungen liegen und der Anschluss in der Straße daher gar nicht nutzbar ist. Der Vorstandsvorsitzende Höttges appellierte an die Politik, den Glasfaser-Ausbau in Mehrfamilienhäusern zu vereinfachen und berichtete von Schwierigkeiten bei der Verkabelung drinnen.
Nach Darstellung von Höttges liegt das auch an dem Verhalten großer Vermieter. „Es kann doch nicht sein, dass da ein Wegezoll bezahlt werden muss, wenn wir die Apartments versorgen – die Wohnungswirtschaften halten die Hand auf.“
Neben der Telekom bauen auch andere Firmen Glasfaser-Netze, etwa die Deutsche Glasfaser. Nach Schätzung des Branchenverbandes VATM wird Glasfaser-Internet in Deutschland zum Jahresende an rund 25 Millionen Haushalten, Unternehmen und Behörden verfügbar sein, circa die Hälfte davon ist von der Telekom. Ein Großteil davon ist nur das sogenannte „Homes Passed“ – die Kabel sind als vor der Tür in der Straße, aber noch nicht bis in die Wohnung verlegt. Bei den Wettbewerbern der Telekom ist der Anteil der Haushalte, die zugreifen und einen Glasfaser-Vertrag unterschreiben, mit circa einem Drittel größer als bei der Telekom.
Die Mehrheit der deutschen Haushalte wird nach VATM-Schätzung aber weiterhin auf Internet über Telefonleitungen (VDSL) setzen, das längst nicht so schnell ist wie Glasfaser. Außerdem werden Fernsehkabel weiterhin stark genutzt, deren Internet ist zwar schnell, aber relativ schwankungsanfällig.
Der Bonner Konzern legte Finanzzahlen vor, denen zufolge das deutsche Unternehmen vom starken Geschäft seiner US-Tochter T-Mobile US profitiert hat. Der Konzernumsatz konnte in den Monaten Juli bis September um 1,5 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro steigen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda AL) verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro.
Die Telekom hat weltweit rund 201.336 Mitarbeitende, davon mit 72.510 gut ein Drittel in Deutschland. Während der weltweite Personalbestand leicht stieg, sank die Mitarbeiterzahl in Deutschland um 4,4 Prozent deutlich. Das liegt auch an dem verstärkten Einsatz von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI), die Arbeitsabläufe beschleunigen und manche Arbeitsstelle überflüssig machen. Höttges betonte, dass es aber nicht primär darum gehe, Personal mit KI abzubauen. „Ganz im Gegenteil: In bestimmten Bereichen müssen wir sogar Leute aufbauen, weil wir produktiver geworden sind.“ So brauche man etwa KI-Experten, um die entsprechenden Tools einzusetzen.
© dpa-infocom, dpa:251113-930-287944/2

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