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Geld verdienen mit dem E-Auto: So nutzen Sie 2026 die THG-Quote – ADAC

Posted on 10. Dezember 2025


Von Thomas Paulsen
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Wer ein Elektroauto besitzt, kann durch den Quotenhandel eine Prämie von 80 bis 100 Euro im Jahr bekommen. So wird das Geld ausgezahlt.
Halter von Elektrofahrzeugen können eingespartes CO₂ "verkaufen"
Quoten-Preise: Für 2026 werden derzeit ca. 120 bis 200 Euro angeboten
Manche Geschäftsbedingungen geben keine Auszahl-Garantie
Der CO₂-Ausstoß muss sinken. Dazu hat sich Deutschland bei diversen Klimakonferenzen verpflichtet. Im Verkehrsbereich soll klimaschädliche Mobilität deshalb teurer, klimaschonende Fortbewegung dagegen günstiger werden. Eine Maßnahme, die dazu beitragen soll, ist die sogenannte THG-Quote.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die THG-Quote?
THG-Quote: E-Auto-Halter profitieren
So wird die THG-Quote berechnet
THG-Zertifikate verkaufen: So geht's
E-Roller und E-Motorräder: Das gilt
Auf Geschäftsbedingungen achten
Das gilt bei der Steuer
Das könnte sich bei der THG-Quote ändern
Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) verpflichtet Mineralölunternehmen dazu, den durch ihre Treibstoffe verursachten CO₂-Ausstoß von Jahr zu Jahr zu senken. Die THG-Minderungsquote legt die Bundesregierung fest, sie steigt von Jahr zu Jahr: Sind es 2026 noch 11,3 Prozent, werden es 2030 nach aktueller Gesetzeslage schon 25,1 Prozent sein.
Lange reichte es, dem Benzin oder Diesel Biokraftstoff beizumischen – beim Benzin in Deutschland bis zu 10 Prozent (E10), beim Diesel bis zu 7 Prozent (B7). Kann ein Mineralölunternehmen die Quoten nicht erfüllen, muss es Strafe zahlen – oder Verschmutzungsrechte nachkaufen, um den gesetzlichen Vorgaben zumindest auf dem Papier nachzukommen.
Diese Verschmutzungsrechte – sie werden auch als Zertifikate bezeichnet – "entstehen" durch an anderer Stelle vermiedene Emissionen. Zum Beispiel beim Betrieb von Elektroautos mit vergleichsweise sauberem Strom.
Vom Verkauf dieser "sauberen" Anteile profitieren einerseits die Energieversorger. Dank des Grünstrom-Anteils im deutschen Strommix schöpfen sie ihr CO₂-Budget nicht aus und dürfen das eingesparte Klimagas als Emissionszertifikat an Mineralölunternehmen verkaufen.
Auch Halterinnen und Halter von Elektroautos können das von ihnen eingesparte CO₂ "weiterverkaufen". Eigentlich wären dazu nur Betreiber öffentlicher oder privater Ladepunkte berechtigt. Doch der Gesetzgeber hat die Definition eines privaten Ladepunkts so weit gefasst, dass faktisch alle, denen ein vollelektrisches E-Auto gehört, am Quotenhandel teilnehmen können.
Wichtig: Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen, weil sie auch mit fossilem Kraftstoff betankt werden können.
Um zu berechnen, wie viel CO₂ E-Autos im Vergleich zum Verbrenner einsparen und in der Folge weiterverkaufen dürfen, werden zwei Werte herangezogen:
Der durchschnittliche Stromverbrauch eines E-Autos im Jahr. Derzeit wird von 2000 kWh Ladestrom im Jahr ausgegangen.
Die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen bei der Stromproduktion in Deutschland pro Jahr. Dieser Wert liegt für das Jahr 2026 bei 119 Kilo pro Gigajoule erzeugter Energie.
Diese beiden Kriterien bilden aber nur die Grundlage für die Berechnung der THG-Quote. Ihr endgültiger Preis wird nämlich nicht vom Staat oder einer Behörde festgelegt, sondern bildet sich frei am Markt, abhängig von Angebot und Nachfrage.
Wer mit dem eigenen Elektroauto am THG-Quotenhandel teilnehmen will, muss sich bei einem Abwickler anmelden. Als Beleg muss man eine Kopie des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) vorlegen. In der Regel reicht es, einen Scan oder eine Fotografie des Dokuments über die Website des jeweiligen Zwischenhändlers hochzuladen.
Anschließend prüft der Anbieter die Angaben und reicht einen Antrag beim Umweltbundesamt ein, um die Zertifikate zu erhalten. Die Einreichung der THG-Quote beim Umweltbundesamt ist allerdings nur bis zum Ablauf des 15. November im jeweiligen Verpflichtungsjahr (für 2026 also der 15. November 2026) möglich. Manche Dienstleister zahlen die Prämie schon kurz nach der Anmeldung aus, die meisten aber erst nach einigen Monaten.
Die THG-Quote kann auch für viele stärker motorisierte E-Motorräder beantragt werden. Für sie wird die gleiche Prämie wie bei E-Pkw ausgezahlt. Voraussetzung: Es besteht eine Zulassungspflicht, und es liegt eine Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) vor. Für zulassungsfreie Kleinkrafträder und Leichtkrafträder (z.B. aus der Fahrzeugklasse L3e-A1) wird keine THG-Prämie gezahlt.
Viele Abwickler machen ihre Zahlungs-Zusage nur mit Einschränkungen. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) fehlt oft eine Auszahlungs-Garantie der THG-Vergütung in Höhe der beworbenen Summe.
Manche Abwickler behalten sich sogar das Recht vor, für die an sie übertragene THG-Quote kein Geld auszuzahlen, sollten sie keinen Abnehmer finden. Entsprechend aufmerksam sollte man die AGBs durchlesen und sich überlegen, ob man eine echte Fix- oder eine schwankende Flex-Prämie wählt.
Ein genauer Blick empfiehlt sich auch auf die Laufzeit des Vertrags. Manche Vereinbarungen gelten für ein Jahr, andere für zwei oder drei. Wenn überhaupt, dann wird die Prämienhöhe in diesen Verträgen lediglich für das erste Jahr garantiert, anschließend behalten sich die Anbieter eine Veränderung vor.
Falls sich also beim aktuellen Vertragspartner eine Senkung der THG-Prämie abzeichnet, sollte man die Kündigungsfrist im Auge behalten – und sich bei Bedarf auf die Suche nach einem besseren Anbieter begeben. Alternativ kann ein Vertrag mit einjähriger Laufzeit sinnvoll sein, das erspart die Kündigung, macht aber eine alljährliche Suche nach einem neuen Abwickler nötig.
Gehört das Elektroauto einer Privatperson, so sind die Auszahlungen aus der THG-Quote steuerfrei. Für Fahrzeuge im Betriebsvermögen gelten die allgemeinen steuerlichen Regelungen.
Seit Juni liegt ein Gesetzentwurf zur Reform des bestehenden Systems vor. Unter anderem sieht er eine Verlängerung des Quotenhandels bis 2040, eine Erhöhung der vorgeschriebenen Treibhausgasminderung auf 53 Prozent, ebenfalls bis 2040, sowie ein Verbot von Soja- oder Palmöl-basierten Biokraftstoffen für den Quotenhandel vor. Das Gesetz soll nach aktueller Planung 2026 in Kraft treten.

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