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Wolfgang Zwanzger / Fotolia
Das Wichtigste in Kürze:
Hohe Renditen und dauerhaftes „passives Einkommen“: Für so genannte Schneeballsysteme wird mit beeindruckenden Gewinnspannen geworben – inzwischen meist online und in sozialen Netzwerken.
Als Schneeballsystem werden Geschäftsmodelle bezeichnet, die eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern brauchen, um zu funktionieren. Für die bekommt man ein „Kopfgeld“, analog einem den Hang hinab rollenden und dabei stetig anwachsenden Schneeball.
Gewinne für Teilnehmer entstehen beinahe ausschließlich dadurch, dass sie neue Teilnehmer werben, die wiederum Geld investieren, ohne jegliche Dienstleistung oder ein Produkt zu erhalten. Eine rasante Verbreitung bringt wie ein Strohfeuer Geld ins System. Es ist aber auch genauso schnell wieder raus aus diesem System. Das Wachstum an Neumitgliedern kann gar nicht lange anhalten.
Auf längere Zeit sind Schnellballsysteme aber gar nicht angelegt. Wirklich profitieren können nur diejenigen, die das Ganze losgetreten haben und Beteiligungen kassieren. Alle anderen verlieren wahrscheinlich sogar ihren Einsatz.
Verbraucher:innen beschwerten sich bereits 2018 über Anbieter, die mit Geschäften zu Kryptowährungen in dubiose Investitionen locken. Auch hinter solchen Angeboten könnten sich Schneeballsysteme verbergen.
Recherchen des Marktwächterteams aus dem Jahr 2018 ergaben außerdem, dass bei Facebook ein Like unter einem Beitrag genügte, um direkt vom Anbieter kontaktiert zu werden. Über den Facebook-Messenger wiederum wurden zum Beispiel Handynummern ausgetauscht, die Zutritt zu WhatsApp-Gruppen verschaffen. Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale Hessen warnten deshalb schon 2018 vor betrügerischen Angeboten, die sich online als simple, seriöse und renditestarke Geldanlage präsentieren.
Auch über Dating-Portale werden Verbraucher:innen in riskante Investitionen gelockt. So ist den Verbraucherzentralen ein Fall bekannt, in dem eine Frau versuchte, einen Mann, den sie über Tinder und Telegram kennengelernt hatte, zu überreden, in digitales Gold zu investieren. Dafür musste der Mann einer Telegram-Gruppe beitreten und der Frau Geld schicken. Als er sich weigerte, wurde er aus der Gruppe entfernt.
Für die Marktbeobachtung aus Verbrauchersicht können Ihre Erfahrungen sehr wertvoll sein: Schildern Sie uns Ihre Schwierigkeiten mit Unternehmen, Anbietern oder Produkten.
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Schneeballsysteme sind illegal
Aufbau und Betrieb eines Schneeballsystems sind in Deutschland verboten (§ 16 Abs. 2 UWG). Das heißt aber nicht, dass man investiertes Geld ohne weiteres zurückbekommen kann. Sitzen die Verantwortlichen etwa im Ausland oder ist die Betreibergesellschaft insolvent, kann es sehr schwierig werden, den Schaden ersetzt zu bekommen.
Von außen sollen Schneeballsysteme seriös aussehen. Die Initiatoren werden oft verschleiert. Außerdem bleibt unklar, in welchem Stadium sich das jeweilige System gerade befindet. Da die Zahl der Teilnehmer exponentiell steigen müsste, ist der Kollaps jedenfalls zwangsläufig. Wie also lässt sich erkennen, wo man kein Geld investieren sollte?
Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hessen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.
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