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Zwischen Social Distancing, Lockdown light und Home-Office hatte ich dieses Jahr endlich Zeit, meinen Kleiderschrank auszumisten. Innerhalb weniger Stunden hatte ich drei Ikea-Tüten voller gebrauchter, aber noch intakter und teilweise kaum genutzter Kleidung, die ich verkaufen wollte. Aber wo macht man das am besten?
Die Liste der Online-Anbieter ist lang, denn Secondhand-Kleidung zu shoppen ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. 56 Prozent der Deutschen haben schon einmal Kleidung aus zweiter Hand gekauft, so das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von der Secondhand-Plattform Ubup. Dabei verschiebt sich der Einkauf immer mehr ins Netz: 63 Prozent der Secondhand-Verkäufe finden bereits online statt.
Diese Entwicklung machen sich immer mehr sogenannte Reseller-Plattformen zunutze. Diese Onlinehändler kaufen zunächst gebrauchte Kleidung von ihren Kunden an und verkaufen sie anschließend weiter. In diesem Jahr starteten gleich zwei neue große Player der Modeindustrie ihre eigenen Wiederverkaufsplattformen in Deutschland: Zalando startete mit Zircle im September und H&M als Mehrheitseigner bei Sellpy im Sommer 2020.
Der Markt ist jedoch umkämpft: Ubup, eine Marke des Recommerce-Unternehmens Momox, ist bereits seit 2013 aktiv und laut eigenen Angaben bislang der größte Secondhand-Onlineshop für Kleidung. Und dann gibt es auch noch auf Luxusmode spezialisierte Reseller wie Vite en Vogue oder Vestiaire Collective. Da ich kaum Kleidung von Luxusmarken besitze, mache ich den Test aber nur mit den Plattformen für Alltagskleidung.
Ich habe mir die vier Plattformen Momox (Ubup), Zalando Zircle, Sellpy und Vinted (Kleiderkreisel) ausgesucht und sie selbst getestet. In der Bildergalerie am Ende des Artikels ziehe ich den Vergleich.
Hier zunächst aber ein Überblick über die verschiedenen Plattformen und ihr Angebot:
Bereits seit 2018 kauft Zalando über die App „Zalando Wardrobe“ — seit September heißt sie nun Zircle — gebrauchte Kleidung, Schuhe und Taschen an. Via Sofort-Ankauf können Kunden ihre gebrauchte Kleidung für einen festen Preis verkaufen, den Zalando basierend auf Algorithmen berechnet. Die App ist gleichzeitig auch ein Marktplatz für den Verkauf von Nutzern untereinander. Im September dieses Jahres startete Europas größter Online-Modehändler dann auch mit dem Verkauf der Secondhand-Kleidung auf der Zalando-Plattform über die Kategorie „Pre-Owned“. Zalando übernimmt Inserat und Verkauf, kassiert dafür aber hohe Margen und der Verbraucher erhält nur einen geringen Anteil des endgültigen Wiederverkaufspreises. Das Konzept läuft gut an: In sechs Wochen habe das Unternehmen rund 100.000 Teile angekauft und mehrere Zehntausende wieder verkauft, heißt es von einem Sprecher.
Die Momox GmbH ist das führende Re-Commerce Unternehmen Europas und startete bereits 2004 mit dem Verkauf von gebrauchten Büchern und Medien. 2013 startete das Unternehmen auch mit dem Ankauf von Mode. Via Sofort-Ankauf können Kunden ihre gebrauchte Kleidung über die Momox-Webseite für einen festen Preis verkaufen, den Momox — wie Zalando — basierend auf Algorithmen berechnet. Die Plattform übernimmt den Versand und Verkauf, kassiert dafür aber hohe Margen, Verbraucher und Verbraucherinnen erhalten deshalb nur etwa 30 Prozent des endgültigen Wiederverkaufspreises. Der Wiederverkauf der Secondhand-Kleider erfolgt dann über den Onlineshop Ubup.com.
In Deutschland ist das litauische Mutterunternehmen Vinted 2008 mit der Plattform Kleiderkreisel gestartet. Seit Ende 2020 sind die Marken Kleiderkreisel und Mamikreisel nun auch in Deutschland unter dem Namen Vinted vereint. Vinted ist eine Customer-to-Customer-Plattform und kauft keine Kleidung direkt an, sondern bietet ihren Nutzern über einen Marktplatz die Möglichkeit, gebrauchte Kleidung, Schuhe und Accessoires selbst zu kaufen und verkaufen, ähnlich wie auf Ebay.
Sellpy ist ein Tochterunternehmen der H&M-Gruppe und Schwedens größter Secondhand Onlineshop (Start 2014). Im Sommer 2020 startete Sellpy auch in Deutschland mit dem Ankauf und Verkauf gebrauchter Kleidung, Deko- und Haushalts-Artikeln sowie Kleinelektrogeräten. Der Händler bietet keinen Sofortankauf an, sondern fungiert eher als Zwischenhändler über die eigene Vermittlungsplattform. Anders als Vinted aber schickt der Kunde die Ware zunächst zu Sellpy, das Unternehmen übernimmt dann Inserat, Verkauf und Versand für die Kunden. Dafür behält Sellpy 60 Prozent des Verkaufspreises plus eine Anzeigengebühr für einen Euro
Bei keinem der Anbieter zahlt der Kunde den eingehenden Versand, jedoch die Paketgebühren, sollte man sich für die Rücksendung der Artikel nach erfolgter Prüfung entscheiden.
Hier geht es zum Vergleich der vier Plattformen:
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