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Wird Whatsapp bald kostenpflichtig? Das steckt dahinter – Blick

Posted on 30. Januar 2026

«Muss ich für Whatsapp bald bezahlen?» Im Netz kursieren gerade Meldungen, dass der Messenger künftig vier Euro pro Monat kosten soll. Das österreichische Faktencheck-Portal mimikama.at hat die Behauptungen geprüft und stuft sie als irreführend ein.
Denn: Nachrichten, Anrufe und Gruppen im beliebten Messenger bleiben kostenlos. Doch der Mutterkonzern Meta plant offenbar neue Abos: für alle, die keine Werbung sehen wollen. Konkret geht es dabei um den Tab «Aktuelles», also den Bereich, in dem Statusmeldungen und Kanäle angezeigt werden. Dort will der Konzern künftig Werbung schalten. Wer das nicht will, soll sich freikaufen können.
Die Website wabetainfo.com hat in einer Android-Testversion des Messenger jetzt erstmals Screenshots des geplanten Abomodells entdeckt. Zu sehen ist ein Menüpunkt für ein «werbefreies Status & Kanäle»-Abo. Als Preis erscheint ein Platzhalter von vier Euro pro Monat. Die Verwaltung soll über Google Play laufen. Wichtig: Das Abo wäre freiwillig. Zudem bleiben private Chats verschlüsselt, werbefrei und die Daten werden nicht für Werbung genutzt, erklärt mimikama.at.
Hintergrund ist eine EU-Regel, die grossen Plattformen vorschreibt, Nutzern eine Wahl zu bieten: Entweder personalisierte Werbung akzeptieren, oder eine werbefreie Bezahlvariante nutzen. Darum gibt es für Facebook und Instagram in der EU seit 2023 kostenpflichtige werbefreie Abos. Wer dies direkt in der App abschliesst muss aktuell dafür 7 Franken bezahlen. Im Browser ist es günstiger, da Meta so den Zuschlag der App-Stores nicht mitrechnet.
Laut den Berichten soll das Abo zunächst in der EU und Grossbritannien verfügbar sein. Ob und wann es auch in der Schweiz kommt, ist unklar. Blick hat bei Meta nachgefragt, bisher jedoch keine Antwort erhalten. Meta hat sich bisher sowieso nicht öffentlich dazu geäussert. Die Funktion ist laut wabetainfo.com in Entwicklung und für ein zukünftiges Update vorgesehen. Auch der Preis von vier Euro ist nicht fix. Er könnte wohl je nach Land variieren.
Das Whatsapp-Abo ist Teil einer grösseren Strategie. Wie techcrunch.com berichtet, will Meta in den kommenden Monaten weitere «Premiumabos» für Facebook, Instagram und Whatsapp mit zusätzlichen Features für die Plattformen und erweiterten KI-Funktionen testen. Dazu gehört die Video-App Vibes und Technologie der ehemals chinesischen KI-Firma Manus, die Meta im Dezember 2025 für rund zwei Milliarden Dollar gekauft hat. Die Kernfunktionen aller Plattformen sollen aber kostenlos bleiben. Ein Experte hat im Code entdeckt, dass man mit dem neuen Insta-Abo etwa sehen könnte, wer einem nicht zurückfolgt, und fremde Stories anschauen könnte, ohne dass die Person es mitbekommt.
Laut techcrunch.com sind die Premiumabos unabhängig von Meta Verified: dem bestehenden Abo für den blauen Haken und besseren Support, das in der Schweiz 10.95 Franken pro Monat kostet, wenn man es via Browser abschliesst. Die Firma wolle die Erfahrungen mit Meta Verified nutzen, um weitere Aboangebote zu entwickeln, heisst es. Einen konkreten Starttermin für all diese Abos gibt es nicht. Ob die Rechnung aufgeht, ist offen. Viele Nutzer dürften angesichts der wachsenden Anzahl an kostenpflichtigen Diensten wohl eine gewisse Abomüdigkeit verspüren. Meta wird also ein überzeugendes Angebot liefern müssen, um sie zum Abschluss eines weiteren Abonnements zu bewegen.

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