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CO2-Zertifikate: Landwirte verraten, ob sie mit Carbon Farming Geld verdienen – top agrar

Posted on 11. Februar 2026

Top-Themen:
CO2-Zertifikate
Wir haben mit drei Landwirten gesprochen, die über unterschiedliche Projekte am Emissionshandel teilnehmen. Allen gemeinsam ist, dass sie ihre Bodengesundheit verbessern und dafür vergütet werden.
Durch regenerative Bewirtschaftungsmethoden versuchen Landwirte, ihre Bodengesundheit zu verbessern. CO2- und Nachhaltigkeitszertifikate sollen die Maßnahmen teilweise finanzieren. (Bildquelle: Schildmann)
Humusaufbau und Bodenschutz sind die Ziele der regenerativen Landwirtschaft und des Carbon Farming. Die extremen Wetterereignisse machen Carbon Farming aktueller denn je. Das zeigen nicht zuletzt die Aktivitäten großer Unternehmen, die Projekte zur Kohlenstoffbindung und regenerativen Bewirtschaftung initiieren oder unterstützen. Dazu gehören beispielsweise der Global Player Bayer, die Deutsche Kreditbank (DKB) oder die BayWa AG.
Ein typischer Ansatz ist der Handel mit CO2-Zertifikaten. Er schafft Anreize, den Ausstoß von Treibhausgasen in landwirtschaftlichen Betrieben zu reduzieren und stellt gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle für die Betriebe dar. Die Honorierung erfolgt über den Emissionshandel: Für die Bindung von Kohlenstoff im Boden werden landwirtschaftliche Betriebe vergütet. Die Zertifikate, die die eingesparten CO2-Emissionen repräsentieren, werden über Zwischenhändler an Unternehmen verkauft, die damit ihre Emissionen kompensieren und ihr Engagement für den Klimaschutz darstellen können.
topagrar-plus Klimaschutz
Ein solcher Zwischenhändler für CO2-Zertifikate ist die CarboCert GmbH aus dem baden-württembergischen Bodnegg. Sie ist seit 2016 aktiv und arbeitet mit rund 400 landwirtschaftlichen Betrieben zusammen.
In einer Erstuntersuchung entnimmt CarboCert auf den Betrieben Bodenproben in 25 cm Tiefe, um den Ausgangszustand des Humusgehaltes zu ermitteln. Es ist nicht nötig, je Hektar eine Probe zu ziehen. Eine Beprobungseinheit kann bis zu 5,9 ha umfassen. Pro Probe werden 20 Einstiche genommen und zu einer Mischprobe vermischt. Nach frühestens drei Jahren erfolgt die erste Folgeuntersuchung, um den Humusaufbau durch die vom Landwirt umgesetzten Maßnahmen zu bewerten. Typische Maßnahmen sind z.B. Untersaaten, Zwischenfrüchte oder die Rückführung von Stroh. „Wir haben aber auch Landwirte mit etwas ausgefalleneren Maßnahmen, wie z.B. dem Anbau auf Dammkulturen oder dem Einsatz eines Gärrest-Verdampfers in der Biogasanlage“, sagt Victoria Fäßler von CarboCert.
Die erste Auszahlung an den Landwirt erfolgt nach der Zertifizierung und dem anschließenden Verkauf der gespeicherten Tonnen, welche mithilfe der Folgeuntersuchung ermittelt werden. Pro Tonne nachweislich gespeichertem CO2 erhalten die Landwirte mindestens 30€.
Die Mindestlaufzeit beträgt acht Jahre. Sobald eine Folgeuntersuchung durchgeführt wurde, muss die anschließende Haltephase von fünf Jahren eingehalten werden. Im Schnitt speichern die Betriebe nach Angaben von CarboCert 5 t CO2 pro ha und Jahr, was umgerechnet 2,34 t Humus bedeuten.
Außerdem sollten Landwirte mit einer Fläche von mindestens 10 ha teilnehmen, damit sich das Verhältnis von Beprobungseinheiten zu Ertrag rechnet. Denn die Kosten für die Bodenproben tragen die Landwirte selbst. Eine Bodenprobe kostet zwischen 110€ und 245€, je nachdem, was untersucht werden soll. Hinzu kommt eine Pauschale je Betrieb für Datenbeschaffung und Anfahrt von 200€.
Landwirt Torsten Lange baut vor allen Sommerungen vielfältige Zwischenfrüchte an. (Bildquelle: Privat)
Torsten Lange aus Pr. Oldendorf im Norden Nordrhein-Westfalens ist Ackerbauer und Schweinehalter. Auf dem Großteil seiner Ackerflächen setzt er seit 2018 regenerative Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit um. Seit 2019 ist er bei CarboCert unter Vertrag und hat im vergangenen Jahr nach vier Jahren Humusaufbau erstmals eine Vergütung erhalten.
Umgerechnet hat er damit rund 38€/ha und Jahr eingenommen. „Über CarboCert habe ich die Möglichkeit, meine Maßnahmen zu finanzieren. In erster Linie geht es mir aber darum, meine Bodengesundheit zu verbessern, Wasser und Nährstoffe im Boden besser zu speichern und pflanzenverfügbar zu machen. Humus ist der Schlüssel für gesunde Pflanzen“, sagt der Landwirt.
Dafür hat Lange seine Fruchtfolge von vier auf sieben Kulturen erweitert. Er baut inzwischen Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste, Raps, Erbsen, Zuckerrüben und Mais an. Vor den Sommerungen wächst grundsätzlich eine vielfältige Zwischenfruchtmischung. Außerdem setzt er bei der Düngung das Cultanverfahren ein und berücksichtigt durch die Albrecht-Bodenanalyse die im Boden vorhandenen Nährstoffverhältnisse zueinander. Die Aussaat von Raps und allen Getreidekulturen erfolgt im Strip-Till-Verfahren.
Ob ihm der Humusaufbau gelungen ist, kontrolliert CarboCert anhand von Bodenproben. Ob die Probenahmen alle drei Jahre oder länger erfolgen, kann Lange selbst bestimmen. Die ersten Proben hat er vier Jahre nach der Erstuntersuchung ziehen lassen. „Die Bodenproben werden immer an den gleichen Stellen entnommen, damit wir einen möglichst genauen Vergleich zur Ausgangssituation haben“, erklärt er. Die Kosten für die Bodenproben wurden bereits mit der ersten Auszahlung verrechnet.
Torsten Lange ist von der regenerativen Bewirtschaftung überzeugt: „Wir haben seitdem keine Erosion mehr. Auch meine Ackerbauberater sind von unseren Bodenverhältnissen begeistert, weil wir sehr stabile Humuskomplexe haben. Ein Indikator ist für mich auch das Rehwild. Ich sehe sehr oft Rehe bei uns grasen. Die Tiere erkennen sicherlich, wo viele Nährstoffe vorhanden sind.“ 
Die Klim GmbH mit Sitz in Berlin ist ein noch junges Unternehmen und vergütet Landwirte seit 2021 für die Speicherung und Reduzierung von CO2. Über ein digitales Bewertungssystem dokumentieren die Landwirte, welche Maßnahmen sie in den Bereichen Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz umsetzen.
Damit Klim eine Verbesserung der Bewirtschaftung feststellen kann, dokumentiert der Landwirt im ersten Schritt seine Bewirtschaftungsdaten der letzten drei Jahre, aus denen eine durchschnittliche jährliche Dynamik der THG-Emissionen berechnet wird. Dieses Ausgangsszenario dient dann als Vergleich. Klim berechnet durch die Veränderungen in der Bewirtschaftung die CO2-Speicherung und -Reduzierung im Vergleich zum Ausgangsszenario anhand von Satellitendaten, Rechnungen und Lieferscheinen, die der Landwirt übermittelt. Eine Vor-Ort-Kontrolle oder Bodenproben sind standardmäßig nicht vorgesehen.
Für jede eingesparte Tonne CO2 vergütet Klim die Landwirte mit derzeit 35€ pro Tonne. Davon zahlt Klim 75% jährlich aus, die restlichen 25% werden im fünften Jahr nur dann ausgezahlt, wenn der Betrieb jedes Jahr dabei geblieben ist. Somit ist eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren vorgesehen. Der Preis ist nach Angaben des Unternehmens garantiert und werde angepasst, sobald die Nachfrage oder der CO2-Preis am Markt steigt.
Dr. Thomas Gäbert von der Agrargenossenschaft Trebbin in Brandenburg schätzt, dass die Klim GmbH Einsparungen vergütet. (Bildquelle: Privat)
Die Agrargenossenschaft Trebbin eG in Brandenburg ist einer von 3.500 landwirtschaftlichen Betrieben, die mit Klim zusammenarbeiten. Mit 1.350 ha Ackerfläche nimmt der Betrieb am Klim-Programm teil. Neben einer erweiterten Fruchtfolge baut die Genossenschaft darauf Zwischenfrüchte an, setzt 48kg weniger mineralischen Stickstoffdünger pro Hektar ein, der teilweise durch organischen Dünger ersetzt wird und bewirtschaftet die Flächen mit reduzierter Bodenbearbeitung. Neben Mais, Winterweizen, Wintergerste, Wintertriticale und Winterroggen umfasst die Fruchtfolge Sonnenblumen, Öllein, Kichererbsen, Sommerdurum und Stangenbohnen.
Für die durchgeführten Maßnahmen erhielt der Betrieb 2023 umgerechnet auf die gesamte Fläche etwa 25€ pro Hektar und Jahr, da auch Maßnahmen dabei sind, die wenig Erlös bringen. Auf einzelnen Schlägen erhält der Betrieb jedoch bis zu 130€ je ha. „Das kommt eben auf die Maßnahmen an, die wir machen können und natürlich auf den Umfang der Einsparungspotentiale“, sagt Dr. Thomas Gäbert, Vorstand der Agrargenossenschaft Trebbin. Die Kosten für die Zwischenfrüchte liegen inklusive Saatgut und Aussaat bei etwa 80 bis 90€ je ha. Die 25€ Erlös sind der 75-prozentige Teil der Auszahlung, die restlichen 25 Prozent folgen nach fünf Jahren. „Außerdem werden wir für Einsparungen wie weniger Bodenbearbeitung und Düngung belohnt, das rechnet sich“, erklärt er.
Die Nachweise über die Maßnahmen lädt Gäbert in der Klim-App „Boden+“ in Form von Rechnungen des Zwischenfrucht-Saatguts, Auszügen aus der Ackerschlagkartei oder Flächenübersichten aus dem Agrarantrag hoch. „Diese Nachweise haben bislang immer ausgereicht“, kann er nach zwei Jahren Laufzeit berichten.
Auf dem Vorwurf, dass die Kohlenstoffbindung im Boden schwer messbar ist, entgegnet Gäbert: „Wenn ich z.B. 20kg Stickstoffdünger pro ha einspare, ist das gut nachweisbar. Der Stickstoffeinsatz pro ha ist eine klar erkennbare Bezugsgröße.“ Klim zahlt nur für das, was die Betriebe garantiert einsparen. So haben beide Seiten die größtmögliche Sicherheit.
topagrar-plus „Projekt Klima-Landwirtschaft“
Ein etwas anderes Prinzip als das der CO2-Zertifikate verfolgt die BayWa AG – sie vergibt Nachhaltigkeitszertifikate. Gemeinsam mit den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf hat sie 2021 das Projekt „Klima-Landwirtschaft“ initiiert. Mittlerweile laufen zehn regionale Projekte, unter anderem in Thüringen, der Oberpfalz, Franken, Niederbayern und Triesdorf. Die Landwirte setzen nachhaltige Maßnahmen um: Sie bauen Zwischenfrüchte an, erweitern ihre Fruchtfolge, verzichten auf Mineraldünger, pflanzen Hecken und Feldgehölzen oder legen Feuchtbiotope an. Für die Maßnahmen erhalten sie zusätzlich zur üblichen Flächenprämie pro ha und Jahr eine Vergütung von inzwischen 70€.
„Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Kohlenstoffbindung im Boden schwierig zu messen und nachzuweisen ist, Analysemethoden teilweise an ihre Grenzen stoßen und der reine Humusaufbau durch die milderen Winter und heißen Sommer schwieriger und kaum vom Landwirt zu beeinflussen ist,“ erläutert Norbert Bleisteiner von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf die Beweggründe des Projektes.  
Regionale Unternehmen und Kommunen finanzieren die Arbeit der Landwirte. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen Nachhaltigkeitszertifikate, mit denen sie ihren Kunden ihr Engagement für den Klimaschutz nachweisen können. „Diese Nachhaltigkeitszertifikate sind greifbarer als CO2-Zertifikate und die Maßnahmen besser kontrollierbar als die reine Kohlenstoffbindung im Boden“, sagt Bleisteiner.
Stefanie und Markus Niedermüller befürworten die Honorierung direkter regenerativer Maßnahmen über das BayWa-Projekt. (Bildquelle: Privat)
Landwirt Markus Niedermüller aus dem unterfränkischen Birkenfeld ist vom BayWa-Projekt überzeugt. Er hält hohe Humusaufbauraten unter den derzeitigen klimatischen Bedingungen für schwierig und befürwortet die Honorierung direkter Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit.  
Auch Niedermüller bewirtschaftet sein Ackerland mit einer weiten Fruchtfolge. Neben Winterweizen, Sommergerste, Zuckerrüben und Raps baut er Kleegras, Erbsen, Ackerbohnen und Dinkel an. Die humuszehrenden Zuckerrüben gleicht er aus, indem er auf diesen Flächen Kompost ausbringt. Im Raps steht flächendeckend eine Untersaat, die er gleichzeitig mit dem Raps drillt. Auf jeder Fläche sät Niedermüller nach der Ernte Zwischenfrüchte aus. „Auch wenn eine Winterung folgt, säen wir für die kurze Übergangszeit von etwa vier bis sechs Wochen zunächst eine Zwischenfrucht. Die Wärme im August lässt sie schnell wachsen und ein intensives Pflanzenwachstum ist wichtig, um die Sonnenenergie in den Boden zu bringen“, erklärt der Landwirt.
Pro Hektar hat Niedermüller 70€ über das BayWa-Projekt erhalten. Mit 150 ha ist er im Projekt unter Vertrag. Seine zusätzlichen Kosten setzen sich zusammen aus der Probenahmepauschale und den Kosten für den Zwischenfruchtanbau. Die Probenahmepauschale beträgt 120€ pro Einheit. Eine Einheit muss mindestens 1 ha und darf höchstens 5 ha groß sein. Daher versucht er, angrenzende Schläge einzubinden. Die Zwischenfruchtkosten für Saatgut und Aussaat belaufen sich auf ca. 90€ pro Hektar. Für Niedermüller ist vielmehr die Bodengesundheit entscheidend: „Man muss den Anbau als Ganzes betrachten. Wenn ich unter den heutigen klimatischen Bedingungen nichts unternehme, wo stehen wir dann in zehn Jahren?“
Schon vor der Teilnahme hat er regenerative Bewirtschaftungsmethoden auf seinem Betrieb umgesetzt, seit dem Projekt hat er sie weiter intensiviert. „Man muss das schon wollen. Die Aussaat der Zwischenfrüchte ist ein Mehraufwand und dadurch bin ich mit der Aussaat der Hauptfrucht teilweise später dran als meine Berufskollegen“, berichtet der Landwirt.
Dort, wo die Maßnahmen gut gelungen sind, zeige sich der Erfolg schon nach ein bis zwei Jahren am Boden. „Aber es klappt nicht auf allen Feldern in dieser kurzen Zeit. Daher sind solche Projekte immer auch als Impulsgeber für eine langfristige bodenaufbauende Landbewirtschaftung zu verstehen“, sagt Niedermüller. Deshalb hat er vor kurzem einen Anschlussvertrag mit dem BayWa-Projekt abgeschlossen. 

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Was halten Sie von Carbon Farming? Haben Sie bereits Erfahrungen?
Schreiben Sie Ihre Meinung an vanessa.aufmkolk@topagrar.com.
Die Redaktion behält sich vor, Beiträge gekürzt zu veröffentlichen.
Humusaufbau und Bodenschutz sind die Ziele der regenerativen Landwirtschaft und des Carbon Farming. Die extremen Wetterereignisse machen Carbon Farming aktueller denn je. Das zeigen nicht zuletzt die Aktivitäten großer Unternehmen, die Projekte zur Kohlenstoffbindung und regenerativen Bewirtschaftung initiieren oder unterstützen. Dazu gehören beispielsweise der Global Player Bayer, die Deutsche Kreditbank (DKB) oder die BayWa AG.
Ein typischer Ansatz ist der Handel mit CO2-Zertifikaten. Er schafft Anreize, den Ausstoß von Treibhausgasen in landwirtschaftlichen Betrieben zu reduzieren und stellt gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle für die Betriebe dar. Die Honorierung erfolgt über den Emissionshandel: Für die Bindung von Kohlenstoff im Boden werden landwirtschaftliche Betriebe vergütet. Die Zertifikate, die die eingesparten CO2-Emissionen repräsentieren, werden über Zwischenhändler an Unternehmen verkauft, die damit ihre Emissionen kompensieren und ihr Engagement für den Klimaschutz darstellen können.
topagrar-plus Klimaschutz
Ein solcher Zwischenhändler für CO2-Zertifikate ist die CarboCert GmbH aus dem baden-württembergischen Bodnegg. Sie ist seit 2016 aktiv und arbeitet mit rund 400 landwirtschaftlichen Betrieben zusammen.
In einer Erstuntersuchung entnimmt CarboCert auf den Betrieben Bodenproben in 25 cm Tiefe, um den Ausgangszustand des Humusgehaltes zu ermitteln. Es ist nicht nötig, je Hektar eine Probe zu ziehen. Eine Beprobungseinheit kann bis zu 5,9 ha umfassen. Pro Probe werden 20 Einstiche genommen und zu einer Mischprobe vermischt. Nach frühestens drei Jahren erfolgt die erste Folgeuntersuchung, um den Humusaufbau durch die vom Landwirt umgesetzten Maßnahmen zu bewerten. Typische Maßnahmen sind z.B. Untersaaten, Zwischenfrüchte oder die Rückführung von Stroh. „Wir haben aber auch Landwirte mit etwas ausgefalleneren Maßnahmen, wie z.B. dem Anbau auf Dammkulturen oder dem Einsatz eines Gärrest-Verdampfers in der Biogasanlage“, sagt Victoria Fäßler von CarboCert.
Die erste Auszahlung an den Landwirt erfolgt nach der Zertifizierung und dem anschließenden Verkauf der gespeicherten Tonnen, welche mithilfe der Folgeuntersuchung ermittelt werden. Pro Tonne nachweislich gespeichertem CO2 erhalten die Landwirte mindestens 30€.
Die Mindestlaufzeit beträgt acht Jahre. Sobald eine Folgeuntersuchung durchgeführt wurde, muss die anschließende Haltephase von fünf Jahren eingehalten werden. Im Schnitt speichern die Betriebe nach Angaben von CarboCert 5 t CO2 pro ha und Jahr, was umgerechnet 2,34 t Humus bedeuten.
Außerdem sollten Landwirte mit einer Fläche von mindestens 10 ha teilnehmen, damit sich das Verhältnis von Beprobungseinheiten zu Ertrag rechnet. Denn die Kosten für die Bodenproben tragen die Landwirte selbst. Eine Bodenprobe kostet zwischen 110€ und 245€, je nachdem, was untersucht werden soll. Hinzu kommt eine Pauschale je Betrieb für Datenbeschaffung und Anfahrt von 200€.
Landwirt Torsten Lange baut vor allen Sommerungen vielfältige Zwischenfrüchte an. (Bildquelle: Privat)
Torsten Lange aus Pr. Oldendorf im Norden Nordrhein-Westfalens ist Ackerbauer und Schweinehalter. Auf dem Großteil seiner Ackerflächen setzt er seit 2018 regenerative Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit um. Seit 2019 ist er bei CarboCert unter Vertrag und hat im vergangenen Jahr nach vier Jahren Humusaufbau erstmals eine Vergütung erhalten.
Umgerechnet hat er damit rund 38€/ha und Jahr eingenommen. „Über CarboCert habe ich die Möglichkeit, meine Maßnahmen zu finanzieren. In erster Linie geht es mir aber darum, meine Bodengesundheit zu verbessern, Wasser und Nährstoffe im Boden besser zu speichern und pflanzenverfügbar zu machen. Humus ist der Schlüssel für gesunde Pflanzen“, sagt der Landwirt.
Dafür hat Lange seine Fruchtfolge von vier auf sieben Kulturen erweitert. Er baut inzwischen Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste, Raps, Erbsen, Zuckerrüben und Mais an. Vor den Sommerungen wächst grundsätzlich eine vielfältige Zwischenfruchtmischung. Außerdem setzt er bei der Düngung das Cultanverfahren ein und berücksichtigt durch die Albrecht-Bodenanalyse die im Boden vorhandenen Nährstoffverhältnisse zueinander. Die Aussaat von Raps und allen Getreidekulturen erfolgt im Strip-Till-Verfahren.
Ob ihm der Humusaufbau gelungen ist, kontrolliert CarboCert anhand von Bodenproben. Ob die Probenahmen alle drei Jahre oder länger erfolgen, kann Lange selbst bestimmen. Die ersten Proben hat er vier Jahre nach der Erstuntersuchung ziehen lassen. „Die Bodenproben werden immer an den gleichen Stellen entnommen, damit wir einen möglichst genauen Vergleich zur Ausgangssituation haben“, erklärt er. Die Kosten für die Bodenproben wurden bereits mit der ersten Auszahlung verrechnet.
Torsten Lange ist von der regenerativen Bewirtschaftung überzeugt: „Wir haben seitdem keine Erosion mehr. Auch meine Ackerbauberater sind von unseren Bodenverhältnissen begeistert, weil wir sehr stabile Humuskomplexe haben. Ein Indikator ist für mich auch das Rehwild. Ich sehe sehr oft Rehe bei uns grasen. Die Tiere erkennen sicherlich, wo viele Nährstoffe vorhanden sind.“ 
Die Klim GmbH mit Sitz in Berlin ist ein noch junges Unternehmen und vergütet Landwirte seit 2021 für die Speicherung und Reduzierung von CO2. Über ein digitales Bewertungssystem dokumentieren die Landwirte, welche Maßnahmen sie in den Bereichen Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz umsetzen.
Damit Klim eine Verbesserung der Bewirtschaftung feststellen kann, dokumentiert der Landwirt im ersten Schritt seine Bewirtschaftungsdaten der letzten drei Jahre, aus denen eine durchschnittliche jährliche Dynamik der THG-Emissionen berechnet wird. Dieses Ausgangsszenario dient dann als Vergleich. Klim berechnet durch die Veränderungen in der Bewirtschaftung die CO2-Speicherung und -Reduzierung im Vergleich zum Ausgangsszenario anhand von Satellitendaten, Rechnungen und Lieferscheinen, die der Landwirt übermittelt. Eine Vor-Ort-Kontrolle oder Bodenproben sind standardmäßig nicht vorgesehen.
Für jede eingesparte Tonne CO2 vergütet Klim die Landwirte mit derzeit 35€ pro Tonne. Davon zahlt Klim 75% jährlich aus, die restlichen 25% werden im fünften Jahr nur dann ausgezahlt, wenn der Betrieb jedes Jahr dabei geblieben ist. Somit ist eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren vorgesehen. Der Preis ist nach Angaben des Unternehmens garantiert und werde angepasst, sobald die Nachfrage oder der CO2-Preis am Markt steigt.
Dr. Thomas Gäbert von der Agrargenossenschaft Trebbin in Brandenburg schätzt, dass die Klim GmbH Einsparungen vergütet. (Bildquelle: Privat)
Die Agrargenossenschaft Trebbin eG in Brandenburg ist einer von 3.500 landwirtschaftlichen Betrieben, die mit Klim zusammenarbeiten. Mit 1.350 ha Ackerfläche nimmt der Betrieb am Klim-Programm teil. Neben einer erweiterten Fruchtfolge baut die Genossenschaft darauf Zwischenfrüchte an, setzt 48kg weniger mineralischen Stickstoffdünger pro Hektar ein, der teilweise durch organischen Dünger ersetzt wird und bewirtschaftet die Flächen mit reduzierter Bodenbearbeitung. Neben Mais, Winterweizen, Wintergerste, Wintertriticale und Winterroggen umfasst die Fruchtfolge Sonnenblumen, Öllein, Kichererbsen, Sommerdurum und Stangenbohnen.
Für die durchgeführten Maßnahmen erhielt der Betrieb 2023 umgerechnet auf die gesamte Fläche etwa 25€ pro Hektar und Jahr, da auch Maßnahmen dabei sind, die wenig Erlös bringen. Auf einzelnen Schlägen erhält der Betrieb jedoch bis zu 130€ je ha. „Das kommt eben auf die Maßnahmen an, die wir machen können und natürlich auf den Umfang der Einsparungspotentiale“, sagt Dr. Thomas Gäbert, Vorstand der Agrargenossenschaft Trebbin. Die Kosten für die Zwischenfrüchte liegen inklusive Saatgut und Aussaat bei etwa 80 bis 90€ je ha. Die 25€ Erlös sind der 75-prozentige Teil der Auszahlung, die restlichen 25 Prozent folgen nach fünf Jahren. „Außerdem werden wir für Einsparungen wie weniger Bodenbearbeitung und Düngung belohnt, das rechnet sich“, erklärt er.
Die Nachweise über die Maßnahmen lädt Gäbert in der Klim-App „Boden+“ in Form von Rechnungen des Zwischenfrucht-Saatguts, Auszügen aus der Ackerschlagkartei oder Flächenübersichten aus dem Agrarantrag hoch. „Diese Nachweise haben bislang immer ausgereicht“, kann er nach zwei Jahren Laufzeit berichten.
Auf dem Vorwurf, dass die Kohlenstoffbindung im Boden schwer messbar ist, entgegnet Gäbert: „Wenn ich z.B. 20kg Stickstoffdünger pro ha einspare, ist das gut nachweisbar. Der Stickstoffeinsatz pro ha ist eine klar erkennbare Bezugsgröße.“ Klim zahlt nur für das, was die Betriebe garantiert einsparen. So haben beide Seiten die größtmögliche Sicherheit.
topagrar-plus „Projekt Klima-Landwirtschaft“
Ein etwas anderes Prinzip als das der CO2-Zertifikate verfolgt die BayWa AG – sie vergibt Nachhaltigkeitszertifikate. Gemeinsam mit den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf hat sie 2021 das Projekt „Klima-Landwirtschaft“ initiiert. Mittlerweile laufen zehn regionale Projekte, unter anderem in Thüringen, der Oberpfalz, Franken, Niederbayern und Triesdorf. Die Landwirte setzen nachhaltige Maßnahmen um: Sie bauen Zwischenfrüchte an, erweitern ihre Fruchtfolge, verzichten auf Mineraldünger, pflanzen Hecken und Feldgehölzen oder legen Feuchtbiotope an. Für die Maßnahmen erhalten sie zusätzlich zur üblichen Flächenprämie pro ha und Jahr eine Vergütung von inzwischen 70€.
„Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Kohlenstoffbindung im Boden schwierig zu messen und nachzuweisen ist, Analysemethoden teilweise an ihre Grenzen stoßen und der reine Humusaufbau durch die milderen Winter und heißen Sommer schwieriger und kaum vom Landwirt zu beeinflussen ist,“ erläutert Norbert Bleisteiner von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf die Beweggründe des Projektes.  
Regionale Unternehmen und Kommunen finanzieren die Arbeit der Landwirte. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen Nachhaltigkeitszertifikate, mit denen sie ihren Kunden ihr Engagement für den Klimaschutz nachweisen können. „Diese Nachhaltigkeitszertifikate sind greifbarer als CO2-Zertifikate und die Maßnahmen besser kontrollierbar als die reine Kohlenstoffbindung im Boden“, sagt Bleisteiner.
Stefanie und Markus Niedermüller befürworten die Honorierung direkter regenerativer Maßnahmen über das BayWa-Projekt. (Bildquelle: Privat)
Landwirt Markus Niedermüller aus dem unterfränkischen Birkenfeld ist vom BayWa-Projekt überzeugt. Er hält hohe Humusaufbauraten unter den derzeitigen klimatischen Bedingungen für schwierig und befürwortet die Honorierung direkter Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit.  
Auch Niedermüller bewirtschaftet sein Ackerland mit einer weiten Fruchtfolge. Neben Winterweizen, Sommergerste, Zuckerrüben und Raps baut er Kleegras, Erbsen, Ackerbohnen und Dinkel an. Die humuszehrenden Zuckerrüben gleicht er aus, indem er auf diesen Flächen Kompost ausbringt. Im Raps steht flächendeckend eine Untersaat, die er gleichzeitig mit dem Raps drillt. Auf jeder Fläche sät Niedermüller nach der Ernte Zwischenfrüchte aus. „Auch wenn eine Winterung folgt, säen wir für die kurze Übergangszeit von etwa vier bis sechs Wochen zunächst eine Zwischenfrucht. Die Wärme im August lässt sie schnell wachsen und ein intensives Pflanzenwachstum ist wichtig, um die Sonnenenergie in den Boden zu bringen“, erklärt der Landwirt.
Pro Hektar hat Niedermüller 70€ über das BayWa-Projekt erhalten. Mit 150 ha ist er im Projekt unter Vertrag. Seine zusätzlichen Kosten setzen sich zusammen aus der Probenahmepauschale und den Kosten für den Zwischenfruchtanbau. Die Probenahmepauschale beträgt 120€ pro Einheit. Eine Einheit muss mindestens 1 ha und darf höchstens 5 ha groß sein. Daher versucht er, angrenzende Schläge einzubinden. Die Zwischenfruchtkosten für Saatgut und Aussaat belaufen sich auf ca. 90€ pro Hektar. Für Niedermüller ist vielmehr die Bodengesundheit entscheidend: „Man muss den Anbau als Ganzes betrachten. Wenn ich unter den heutigen klimatischen Bedingungen nichts unternehme, wo stehen wir dann in zehn Jahren?“
Schon vor der Teilnahme hat er regenerative Bewirtschaftungsmethoden auf seinem Betrieb umgesetzt, seit dem Projekt hat er sie weiter intensiviert. „Man muss das schon wollen. Die Aussaat der Zwischenfrüchte ist ein Mehraufwand und dadurch bin ich mit der Aussaat der Hauptfrucht teilweise später dran als meine Berufskollegen“, berichtet der Landwirt.
Dort, wo die Maßnahmen gut gelungen sind, zeige sich der Erfolg schon nach ein bis zwei Jahren am Boden. „Aber es klappt nicht auf allen Feldern in dieser kurzen Zeit. Daher sind solche Projekte immer auch als Impulsgeber für eine langfristige bodenaufbauende Landbewirtschaftung zu verstehen“, sagt Niedermüller. Deshalb hat er vor kurzem einen Anschlussvertrag mit dem BayWa-Projekt abgeschlossen. 

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