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Anwar Ali, Pastor auf Hawaii, hat aus einer einzigen Autovermietung auf Turo ein Millionenunternehmen gemacht.
Ali wuchs von einem Auto im Jahr 2014 auf heute 213 Fahrzeuge und erzielte 2025 einen Umsatz von 2,95 Millionen US-Dollar (2,5 Millionen Euro).
Ali ist nach eigenen Angaben nicht mehr im Tagesgeschäft tätig und kann sich seiner Familie und seiner Gemeinde widmen.
Dies ist ein Erfahrungsbericht auf Grundlage eines Interviews mit dem 38-jährigen Anwar Ali, Pastor der Kauai Baptist Church und Inhaber von Ali’i Rental Cars, das Fahrzeuge hauptsächlich über Turo vermietet. Der Text wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit gekürzt und bearbeitet.
Im Jahr 2014 war ich Jugenddiakon in einer Gemeinde auf Kauai und besaß buchstäblich nichts. Ich lebte in einer Sozialwohnung, weil mein Einkommen unter der Armutsgrenze des US-Bundesstaats Hawaii lag.
Meine Frau und ich wollten eine große Familie und uns ein Haus auf Hawaii leisten können. Viele Nebenjobs sind nichts anderes als Arbeitszeit gegen Geld tauschen. Ich wollte irgendwann ein Unternehmen aufbauen, das sich selbst trägt – ohne meinen Job in der Gemeinde aufgeben zu müssen.
Ich nutzte damals die Finanz-App Mint und sah dort eine Werbung für Relay Rides (später Turo): Man könne sein Zweitauto vermieten und damit Geld verdienen. Ich stellte mein einziges Fahrzeug ein, einen Isuzu Rodeo von 1998, und dachte mir: „Wer will denn dieses 16 Jahre alte Auto anfassen?“
Am nächsten Morgen wachte ich auf und hatte eine Buchung über 200 Dollar (170 Euro). Ich lief in die Garage, saugte das Auto aus, räumte unsere Surfboards raus und fuhr es zum Flughafen. Und die Leute bezahlten mich tatsächlich. Es fühlte sich seltsam an. Wie Zauberei.
Heute besitze ich 213 Fahrzeuge und habe 2025 mit Autovermietung einen Umsatz von 2,95 Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) erzielt. Ich beschäftige zehn Mitarbeiter und bin selbst überhaupt nicht mehr im Tagesgeschäft tätig.
Zwei Monate nachdem ich mein erstes Auto vermietet hatte, kaufte ich ein zweites: einen Honda Element von 2004. Auf Kauai sind die sehr beliebt, weil es das ideale Surfauto ist. Ich zahlte 3500 Dollar (3000 Euro) dafür – und nach drei Tagen war es für zwei Wochen am Stück gebucht.
Ich wollte weiter wachsen. Ich begann, Autopreise im Internet genau zu beobachten und herauszufinden, wo die Nachfrage am größten war. Ich gehörte zu den ersten Turo-Anbietern auf der Insel und musste deshalb viel selbst recherchieren. Dabei stellte sich heraus, dass Jeep Wrangler in Hawaii am gefragtesten waren. Damals konnte man sie für rund 36.000 Dollar (30.600 Euro) kaufen, einen Kredit mit 600 Dollar (510 Euro) monatlicher Rate aufnehmen und das Auto für 1500 Dollar (1275 Euro) im Monat vermieten. 2016 nahm ich meinen ersten Kredit auf und brachte es auf 12 Fahrzeuge.
Mit der Zeit arbeitete ich fast Vollzeit für Turo – Autos putzen, Gäste einweisen, Kundenprobleme lösen. 2018 stellte ich meinen ersten Mitarbeiter ein. Dann kam die Pandemie, und ich konnte die Autos einlagern. Als der Reiseverkehr 2021 zurückkehrte, lief das Geschäft hervorragend. Wir mieteten ein Gewerbeobjekt, wuchsen auf sechs Mitarbeiter und kamen auf über 100 Fahrzeuge.
Am Anfang brauchte ich keine Gewerbefläche, weil die meisten Autos ständig unterwegs waren. Wer die Preise richtig kalkuliert und eine gute Auslastung erreicht, hat nie zehn Autos gleichzeitig herumstehen. Mit wachsender Flotte habe ich eine Faustregel entwickelt: Man sollte Stellplätze für etwa 20 Prozent des Fuhrparks einplanen.
Heute haben meine Frau und ich sechs Kinder. Wir besitzen ein Haus mit fünf Schlafzimmern. Ich bin leitender Pastor unserer Gemeinde, trainiere nachmittags eine Basketballmannschaft und hole die Kinder ab.
Weil ich zehn Jahre lang hart gearbeitet und dieses Unternehmen mit guten Mitarbeitern aufgebaut habe, kann ich meine Energie jetzt dorthin lenken, wo sie mir wichtig ist.
Meine Firma hält außerdem jeden Sonntag frei – keine Fahrzeugübergaben oder -rückgaben –, damit das gesamte Team frei hat. Manche kommen mit mir in die Kirche, andere gehen in ihre eigene Gemeinde oder genießen einfach einen freien Tag. Der Buchungskalender füllt sich problemlos um diesen Tag herum. Unser Erfolg hat uns obendrein ermöglicht, alleinerziehenden Müttern in Fahrzeugnot oder Menschen in schwierigen Situationen unkompliziert ein Auto zur Verfügung zu stellen.
Ich halte Turo für einen ausgezeichneten Nebenverdienst, weil man ihn ganz nach eigenen Zielen und Lebensumständen gestalten kann. Zudem bleibt das Geld bei Turo größtenteils in der lokalen Wirtschaft – ein sensibles Thema auf Hawaii, wo große Hotelketten und Mietwagenkonzerne einen erheblichen Teil der Einnahmen von der Insel abziehen.
Der Weg von „Ich brauche einfach etwas Geld für Windeln und Haushaltsartikel“ bis zum Aufbau dieses Unternehmens war lang. Erst vor einigen Jahren leistete ich mir erstmals ein Auto nur für mich – denn jedes Fahrzeug, das ich vorher besessen hatte, war ein Vermögenswert, den ich zum Geldverdienen einsetzte.
Die Leute sehen heute das schöne Haus und die guten Autos. Aber es gab sieben Jahre, in denen viele lange Nächte drinsteckten. Meine Frau und ich blicken auf diese harte Zeit trotzdem mit viel Wärme zurück. Wir sind wirklich dankbar.
Lest den Originalartikel auf Business Insider US.
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